Die Grüne Fee Solothurn

Die Geschichte der Grünen Fee, der ersten legalen Absinth-Bar in der Schweiz, ist ebenso farbenfroh wie das Getränk selbst, das dort serviert wird. Im Herzen von Solothurn, einer Stadt, die für ihre barocke Architektur und ihre lebhafte Kulturszene bekannt ist, öffnete die Bar im Jahr 2005 ihre Türen. Dies markierte ein historisches Ereignis, da Absinth, das rätselhafte und oft missverstandene Getränk, nach fast einem Jahrhundert des Verbots wieder legalisiert wurde.

Die Grüne Fee Solothurn ist mehr als nur eine Bar; sie ist ein kulturelles Relikt, das die Bohème-Ära wieder zum Leben erweckt, als Künstler und Schriftsteller sich von dem geheimnisvollen grünen Elixier inspirieren ließen. Innen umgibt die Gäste eine Atmosphäre, die an eine vergangene Zeit erinnert: schwere Holzmöbel, weiches Licht und Wände, die mit absinth-bezogenen Artefakten und historischen Kuriositäten dekoriert sind.

Die Wiederbelebung des Absinths in der Schweiz war kein einfacher Prozess. Jahrzehntelang war das Getränk verboten, umgeben von Mythen über seine angebliche Gefährlichkeit und Halluzinationen verursachende Eigenschaften. Die Grüne Fee, benannt nach dem Spitznamen für Absinth, spielte eine entscheidende Rolle bei der Wiederherstellung des Rufes des Getränks als Teil des schweizerischen Kulturerbes und nicht als gefährliche Substanz.

Das Menü der Bar bietet eine umfangreiche Auswahl an Absinth-Sorten, von traditionellen Rezepturen, die aus dem nahen Val-de-Travers stammen, wo Absinth seinen Ursprung hat, bis hin zu modernen Interpretationen, die neue Geschmacksrichtungen und Destillationsverfahren zeigen. Die Gäste können sich von erfahrenen Barkeepern beraten lassen, die die Kunst der Absinth-Zubereitung beherrschen – ein Ritual, das oft das sorgfältige Tropfen von Wasser über einen Zuckerwürfel beinhaltet, der auf einem speziell entworfenen Absinth-Löffel liegt.

Die Bar hat sich nicht nur als ein Treffpunkt für Liebhaber des Absinths etabliert, sondern zieht auch Touristen und Neugierige an, die mehr über die faszinierende Geschichte des Getränks erfahren möchten. Durch Verkostungen und Veranstaltungen, die die Geschichte und Kultur des Absinths zelebrieren, hat die Grüne Fee dazu beigetragen, das Interesse und die Wertschätzung für Absinth als einen wichtigen Teil des schweizerischen gastronomischen Erbes zu erneuern.

Die Grüne Fee in Solothurn steht somit nicht nur für die Wiederkehr eines Getränks, sondern symbolisiert auch einen Sieg der kulturellen Anerkennung und der historischen Bedeutung. In dieser Bar fließt nicht nur Absinth, sondern auch die reiche Geschichte und Tradition eines Landes, das langsam ein Kapitel seiner Vergangenheit wiederaufgenommen und neu geschrieben hat.




Newsletter Abonnieren

Nach oben scrollen